Wohnung besser heizen

Gasetagenheizung in der Mietwohnung: Kosten, Pflichten, CO2-Geld

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Kurz und knappBei einer Gasetagenheizung hast du meist einen eigenen Gasvertrag und zahlst das Gas direkt an den Versorger. Reparaturen trägt grundsätzlich der Vermieter. Wartung und Schornsteinfeger darf er nur umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht. Den Vermieteranteil am CO2-Preis bekommst du nicht automatisch: Du forderst ihn innerhalb von 12 Monaten nach der Gasrechnung in Textform an.

Was eine Gasetagenheizung ist

Eine Gasetagenheizung ist eine kleine Gasheizung nur für deine Wohnung. Meist hängt sie als Therme in Küche, Bad oder Flur an der Wand und macht oft auch das Warmwasser. Im Unterschied zur Zentralheizung gibt es keinen gemeinsamen Kessel im Keller, sondern jede Wohnung hat ihr eigenes Gerät.

Für dich als Mieter hat das drei Folgen:

  • Du hast in der Regel einen eigenen Gasvertrag und bekommst die Rechnung direkt vom Versorger.
  • Es gibt für die Wärme keine Heizkostenabrechnung nach Verbrauchsanteilen im Haus.
  • Um den CO2-Anteil des Vermieters musst du dich selbst kümmern. Dazu unten mehr.

Wer was bezahlt

Posten Wer zahlt Grundlage
Gas (Arbeitspreis, Grundpreis, CO2-Preis) du, direkt an den Versorger eigener Liefervertrag
Reinigung und Wartung der Therme du, aber nur wenn der Mietvertrag Betriebskosten dieser Art vorsieht § 2 Nr. 4 Buchst. d BetrKV, § 556 Abs. 1 BGB
Schornsteinfeger (Kehrgebühren) du, wenn im Mietvertrag vereinbart § 2 Nr. 12 BetrKV
Reparatur, Ersatzteile, neue Therme grundsätzlich Vermieter § 535 Abs. 1 BGB, § 1 Abs. 2 BetrKV
Vermieteranteil am CO2-Preis Vermieter, erstattet ihn dir auf Anforderung § 6 Abs. 2 CO2KostAufG

Wartung: Die Betriebskostenverordnung nennt die Reinigung und Wartung von Etagenheizungen ausdrücklich. Dazu gehören das Entfernen von Ablagerungen und Verbrennungsrückständen, die regelmäßige Prüfung von Betriebsbereitschaft und Betriebssicherheit samt Einstellung durch eine Fachkraft sowie die Messungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Umlegen darf der Vermieter diese Kosten aber nur, wenn ihr das im Mietvertrag vereinbart habt. Steht dort nichts zu Betriebskosten, bleibt er darauf sitzen.

Laut co2online kostet eine umfassende Wartung einer Gasheizung 80 bis 180 Euro im Jahr. Der Wert bezieht sich auf Ein- und Zweifamilienhäuser, für eine Etagentherme ist er nur ein grober Anhaltspunkt. Dazu kommen Prüfungen durch den Schornsteinfeger, nach co2online alle zwei bis drei Jahre. Vaillant empfiehlt für seine ecoTEC-plus-Geräte eine jährliche Inspektion und alle zwei Jahre eine Wartung durch einen Fachbetrieb.

Reparatur: Reparaturen sind keine Betriebskosten. § 1 Abs. 2 BetrKV nimmt Kosten zur Beseitigung von Mängeln durch Abnutzung, Alterung oder Witterung ausdrücklich aus. Und nach § 535 BGB muss der Vermieter die Wohnung während der Mietzeit in brauchbarem Zustand halten. Fällt die Therme aus, zahlt er die Reparatur. Eine Ausnahme kann eine wirksame Kleinreparaturklausel im Mietvertrag sein. Laut Berliner MieterGemeinschaft gilt so eine Klausel nur für Teile, die deinem unmittelbaren und häufigen Zugriff ausgesetzt sind, und nur bis zu einem festen Höchstbetrag je Reparatur. Das Innenleben einer Therme gehört nach dieser Logik kaum dazu, im Zweifel lass die Klausel vom Mieterverein prüfen. Wer die Wartungstermine organisiert, regeln die genannten Vorschriften nicht ausdrücklich. Schau in deinen Mietvertrag oder frag nach.

Was dich die Wärme kostet, in Euro und CO2

Der Heizspiegel 2025 von co2online nennt für eine 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus mit Erdgas durchschnittliche Heizkosten von 1.030 Euro für 2024 und eine Prognose von 1.180 Euro für 2025. Das ist ein Plus von 15 Prozent. Die Werte beziehen sich auf gasbeheizte Wohnungen allgemein, nicht speziell auf Etagenheizungen. Wie du deine Kosten pro Quadratmeter einordnest, steht unter Heizkosten pro qm.

Beim Klima rechnet die Verbraucherzentrale mit 201 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Erdgas. Jede Kilowattstunde, die deine Therme nicht verbrennt, spart also rund 0,2 kg CO2 und den CO2-Preis gleich mit.

CO2-Kosten: So holst du dir den Vermieteranteil

Bei Gas zahlst du über den Gaspreis einen CO2-Preis. Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz verteilt ihn zwischen dir und dem Vermieter, abhängig davon, wie viel CO2 pro Quadratmeter anfällt. Bei einer Zentralheizung erledigt der Vermieter das in der Abrechnung. Bei der Gasetagenheizung drehen sich die Rollen um:

  1. Du stufst selbst ein. Nach § 5 Abs. 3 CO2KostAufG ermittelst du den CO2-Ausstoß deiner Wohnung in Kilogramm pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr.
  2. Die Zahlen stehen auf der Gasrechnung. Der Mieterbund nennt: verbrauchte Kilowattstunden, Emissionsfaktor, CO2-Ausstoß in Kilogramm und die angefallenen CO2-Kosten.
  3. Stufe ablesen. Die Anlage zum Gesetz hat zehn Stufen. Unter 12 kg CO2/m² trägt der Vermieter nichts, ab 52 kg trägt er 95 Prozent.
  4. Schriftlich fordern. Nach § 6 Abs. 2 musst du den Anspruch innerhalb von 12 Monaten, nachdem der Versorger dir die Lieferung abgerechnet hat, in Textform geltend machen. Eine E-Mail genügt.
  5. Zahlung abwarten. Habt ihr Vorauszahlungen auf Betriebskosten vereinbart, darf der Vermieter den Betrag mit der nächsten Betriebskostenabrechnung verrechnen. Sonst muss er spätestens 12 Monate nach deiner Anzeige zahlen.

Nutzt du das Gas auch für eigene Geräte zu anderen Zwecken als Heizung und Warmwasser, wird die Erstattung nach § 6 Abs. 3 um 5 Prozent gekürzt. Die Verbraucherzentrale nennt als typischen Fall das Kochen mit Gas.

Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen (kein echter Fall, nur zur Veranschaulichung): 70 m², 10.000 kWh Gas im Jahr, CO2-Preis 55 Euro je Tonne. Das ist die Untergrenze des Korridors von 55 bis 65 Euro, den die Verbraucherzentrale für 2026 nennt.

  • CO2-Ausstoß: 10.000 kWh × 0,201 kg = 2.010 kg
  • Pro Quadratmeter: 2.010 ÷ 70 = 28,7 kg, also Stufe 5. Der Vermieter trägt 40 Prozent.
  • CO2-Kosten: 2,01 t × 55 Euro = 110,55 Euro, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 131,55 Euro (die Umsatzsteuer schlägt auch der Mieterbund in seiner Anleitung auf)
  • Erstattungsanspruch in diesem Beispiel: 40 Prozent davon, also rund 53 Euro im Jahr

Maßgeblich sind die Werte auf deiner echten Rechnung. Rechne sie im CO2-Kosten-Rechner nach. Die Stufentabelle und die Ausnahmen, etwa bei Denkmalschutz, erklärt der Artikel zur CO2-Kostenaufteilung. Die Verbraucherzentrale Thüringen bringt es auf den Punkt: Wer nicht selbst aktiv wird, bleibt auf dem ganzen CO2-Preis sitzen.

Muss die Gastherme raus?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher GEG) regelt in § 43, was gilt, wenn nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gasheizung in ein bestehendes Gebäude eingebaut wird. Dann muss ein Mindestanteil der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder bestimmten Wasserstoffarten stammen. Das Gesetz lässt auch andere Wege zu, etwa eine Solaranlage oder eine Wärmepumpen-Hybridheizung.

ab Mindestanteil
1. Januar 2029 10 Prozent
1. Januar 2030 15 Prozent
1. Januar 2035 30 Prozent
1. Januar 2040 60 Prozent

Eine laufende Therme betrifft § 43 nicht. Ob und wann getauscht wird, entscheidet der Vermieter. Muss ab 2028 wegen eines irreparablen Ausfalls eine neue Gasheizung eingebaut werden, sieht § 43 Abs. 7 eine Übergangsfrist von zwölf Monaten vor.

Für dich als Mieter wichtig: Baut der Vermieter so eine neue Gastherme ein, gelten nach § 5a CO2KostAufG eigene Kostenregeln. Ab 2028 teilt ihr die CO2-Kosten und die Gasnetzentgelte je zur Hälfte, statt nach dem Stufenmodell. Ab 2029 teilt ihr auch die Kosten für den Pflichtanteil der klimafreundlichen Brennstoffe hälftig, und zwar für höchstens 30 Prozent des verbrauchten Brennstoffs. Bei der Etagenheizung ermittelst du diese Kosten selbst und forderst den Vermieteranteil nach § 6 Abs. 2 an. Der Vermieter muss dich bei Abschluss des Mietvertrags und beim Einbau in Textform auf die Pflicht nach § 43 und deinen Erstattungsanspruch hinweisen.

Zusätzlich sieht § 42a GModG vor, dass die Bundesregierung bis 1. Dezember 2026 ein Gesetz für eine Grüngasquote vorlegt. Die Anbieter sollen danach ab 2045 nur noch klimaneutrale Brennstoffe für Gebäudewärme liefern. Was das für deinen Gaspreis bedeutet, sagt der Gesetzestext nicht, und wir raten hier nicht.

Gasgeruch: Was du sofort tust

Der DVGW und die Vaillant-Betriebsanleitung beschreiben im Kern dieselben Schritte:

  • Kein offenes Feuer, nicht rauchen, keine Schalter, Stecker, Klingeln oder Telefone im Haus benutzen.
  • Fenster und Türen weit öffnen.
  • Wenn möglich, die Absperreinrichtung am Gaszähler oder den Haupthahn schließen.
  • Nachbarn durch Klopfen oder Rufen warnen, nicht klingeln.
  • Das Haus verlassen.
  • Erst draußen den Bereitschaftsdienst des Netzbetreibers oder die Feuerwehr (Notruf 112) anrufen.

An der Therme selbst schraubst du nie. Vaillant verbietet in der Betriebsanleitung Veränderungen am Gerät, an Gas-, Wasser- und Stromleitungen und an der Abgasanlage. Das ist Sache des Fachbetriebs, den der Vermieter beauftragt.

Wenn die Therme streikt

Zeigt das Display einen Fehler oder bleibt die Wohnung kalt, melde das dem Vermieter unverzüglich, so verlangt es § 536c BGB. Wer nicht meldet, kann Ansprüche verlieren. Schreib Datum, Fehlercode und gemessene Raumtemperatur dazu. Fällt der Druck ab, erklärt der Artikel zum Heizungsdruck, was die Anzeige bedeutet.

Streitet ihr über Wartungskosten in der Betriebskostenabrechnung oder über die CO2-Erstattung, hilft der örtliche Mieterverein oder die Verbraucherzentrale. Dieser Text erklärt die Rechtslage, ersetzt aber keine Beratung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Darf ich an meiner Gastherme selbst etwas reparieren?

Nein. Die Vaillant-Betriebsanleitung überlässt Installation, Einstellung und Wartung einem Fachhandwerker und verbietet Veränderungen am Gerät, an den Zuleitungen für Gas, Wasser und Strom und an der Abgasanlage. Du bedienst das Gerät, liest Anzeigen ab und meldest Störungen dem Vermieter.

Was mache ich, wenn die Therme ausfällt?

Melde den Ausfall sofort beim Vermieter, am besten schriftlich mit Datum, Fehlercode aus dem Display und gemessener Raumtemperatur. Das verlangt § 536c BGB. Die Reparatur zahlt grundsätzlich der Vermieter, weil er die Wohnung in gebrauchsfähigem Zustand erhalten muss.

Muss ich für die CO2-Erstattung jedes Jahr neu rechnen?

Ja. Grundlage ist jeweils die Jahresrechnung deines Gasversorgers. Mit jeder neuen Rechnung beginnt eine neue 12-Monats-Frist. Den Anspruch stellst du in Textform, eine E-Mail reicht.

Was bedeutet Abgasgeruch im Unterschied zu Gasgeruch?

Riecht es nach Abgas, empfiehlt Vaillant, Fenster und Türen weit zu öffnen, das Gerät auszuschalten und einen Fachbetrieb zu rufen. Bei Gasgeruch dagegen keine Schalter betätigen, lüften, Absperreinrichtung schließen, das Haus verlassen und erst draußen telefonieren.

Muss mein Vermieter die Gasetagenheizung jetzt austauschen?

Für eine laufende Therme sieht § 43 GModG keinen Austausch vor. Die Regeln greifen erst, wenn nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gasheizung eingebaut wird. Dann muss ab 2029 ein steigender Anteil der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder bestimmten Wasserstoffarten stammen.

Quellen

  1. § 2 BetrKV: Aufstellung der Betriebskosten
  2. § 1 BetrKV: Betriebskosten
  3. § 556 BGB: Vereinbarungen über Betriebskosten
  4. § 535 BGB: Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags
  5. § 536c BGB: Mängelanzeige durch den Mieter
  6. § 5 CO2KostAufG: Aufteilung der Kohlendioxidkosten bei Wohngebäuden
  7. § 6 CO2KostAufG: Erstattungsanspruch des Mieters
  8. Anlage zum CO2KostAufG: Stufenmodell
  9. § 43 GModG: Einbau einer Heizungsanlage, die mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas beschickt wird
  10. § 42a GModG: Grüngas- und Grünheizölquote
  11. Deutscher Mieterbund: CO2-Kosten, wie bekommen Sie Ihr Geld zurück?
  12. Verbraucherzentrale: So berechnen Sie den CO2-Preis Ihrer Heizkosten
  13. Verbraucherzentrale Thüringen: Mieter mit Gasetagenheizung müssen aktiv werden
  14. co2online: Kosten und Preise von Gasheizungen
  15. co2online: Heizspiegel 2025
  16. DVGW: Was tun bei Gasgeruch?
  17. Vaillant: Betriebsanleitung ecoTEC plus VCI (0020297512_03)
  18. § 5a CO2KostAufG: Kostenaufteilung bei Heizungsanlagen nach § 43 GModG
  19. Berliner MieterGemeinschaft: Mietrecht-Tipp Kleinreparaturen

Die Paragrafen dazu

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