Heizkosten pro qm: Vergleichswerte nach Energieträger
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Die kurze Antwort in Zahlen
Was “normal” ist, hängt vor allem vom Energieträger und von der Größe des Hauses ab. Die bundesweit gängige Messlatte ist der Heizspiegel für Deutschland von co2online, mit dem Deutschen Mieterbund als Partner. Die aktuelle Ausgabe ist der Heizspiegel 2025. Er wertet rund 90.000 Gebäudedaten aus und bezieht sich auf das Abrechnungsjahr 2024.
Für ein typisches Mehrfamilienhaus mit 250 bis 500 m² Wohnfläche gelten diese Kosten pro Quadratmeter und Jahr, Raumwärme und Warmwasser zusammen:
| Energieträger | niedrig | mittel | erhöht | zu hoch |
|---|---|---|---|---|
| Erdgas | bis 9,00 € | bis 14,70 € | bis 22,30 € | ab 22,31 € |
| Heizöl | bis 10,30 € | bis 14,70 € | bis 22,00 € | ab 22,01 € |
| Fernwärme | bis 7,80 € | bis 17,50 € | bis 29,50 € | ab 29,51 € |
| Wärmepumpe | bis 6,30 € | bis 9,70 € | bis 19,70 € | ab 19,71 € |
| Holzpellets | bis 5,80 € | bis 8,80 € | bis 13,30 € | ab 13,31 € |
Für größere Häuser über 500 m² liegt die Grenze zu “mittel” bei Erdgas bei 14,80 Euro, bei Heizöl bei 15,10 Euro und bei Fernwärme bei 16,30 Euro. “Zu hoch” beginnt dort bei 21,51 Euro (Gas), 22,21 Euro (Öl) und 25,71 Euro (Fernwärme). Für kleinere Häuser mit 150 bis 250 m² endet “mittel” bei Gas bei 13,00 Euro.
Was die Klassen bedeuten: “Mittel” heißt Durchschnitt. Bei “erhöht” verbraucht jedes zweite vergleichbare Haus weniger. Bei “zu hoch” sind laut co2online 90 Prozent der Wohngebäude effizienter.
So rechnest du richtig
Der häufigste Fehler: die eigenen Heizkosten durch die eigene Wohnfläche teilen und mit der Tabelle vergleichen. Der Heizspiegel bewertet Gebäude, nicht Wohnungen. Deine Dachgeschosswohnung mit drei Außenwänden ist nicht mit der Mittelwohnung im zweiten Stock vergleichbar.
- Heizkostenabrechnung holen. Du brauchst die Gesamtheizkosten des Hauses, oft auch “Heiz- und Warmwasserkosten” genannt, und die Gesamtwohnfläche des Gebäudes. Beides steht in der Abrechnung.
- Kaltwasser rausrechnen, falls es in der Summe steckt.
- Teilen: Gesamtkosten geteilt durch Gesamtfläche ergibt Euro pro m² und Jahr.
- Zeile suchen: passende Hausgröße und Energieträger, dann die Klasse ablesen.
Ein Beispiel: Ein Haus mit 400 m² und Gasheizung hat 6.400 Euro Heizkosten. Das sind 16,00 Euro pro m². Das liegt über 14,70 Euro, also in der Klasse “erhöht”.
Wird dein Warmwasser separat per Durchlauferhitzer oder Boiler gemacht, addierst du 2,65 Euro pro m², bei einer Wärmepumpe 2,45 Euro. Sonst sieht dein Haus besser aus, als es ist. Steht der Verbrauch in Litern oder Kubikmetern da: 1 Liter Heizöl oder 1 m³ Erdgas entspricht laut Heizspiegel etwa 10 kWh.
Was eine Wohnung im Jahr kostet
Wer lieber in Euro pro Jahr denkt: co2online nennt für eine 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus diese Durchschnittswerte für 2024.
| Energieträger | 2024 | Prognose 2025 |
|---|---|---|
| Erdgas | 1.030 € | 1.180 € |
| Heizöl | 1.030 € | 1.055 € |
| Fernwärme | 1.225 € | 1.245 € |
| Wärmepumpe | 680 € | 715 € |
| Holzpellets | 615 € | 740 € |
Rechnet man 1.030 Euro auf 70 m² herunter, landet man bei knapp 14,70 Euro pro m². Das passt zum Mittelwert der Tabelle. Die Prognose für 2025 ist eine Schätzung von co2online, keine abgerechnete Zahl.
Wenn dein Haus “zu hoch” liegt
Eine hohe Einstufung heißt noch nicht, dass deine Abrechnung falsch ist. Ein schlecht gedämmtes Haus kostet mehr, das ist ärgerlich, aber kein Rechenfehler. Trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick:
- Energiepreis prüfen. Die Verbraucherzentrale nennt für 2026 als Richtwerte 9 bis 19 Cent pro kWh für Erdgas, 90 bis 165 Cent pro Liter Heizöl, 100 bis 360 Euro pro MWh Fernwärme und 18 bis 42 Cent pro kWh für Wärmepumpenstrom. Liegt der Preis in deiner Abrechnung deutlich darüber, frag nach.
- Kostenarten prüfen. Nach § 7 Abs. 2 HeizkostenV gehören zu den Heizkosten unter anderem Brennstoff, Betriebsstrom, Wartung, Messungen und die Kosten der Abrechnung. Reparaturen gehören laut Verbraucherzentrale nicht dazu.
- Mit dem Vorjahr vergleichen. Bewahre alte Abrechnungen auf. Springt der Verbrauch bei gleichem Heizverhalten stark, stimmt womöglich etwas nicht.
Wie du die Abrechnung Punkt für Punkt durchgehst, steht in der Anleitung Heizkostenabrechnung prüfen. Deinen eigenen Anteil verstehst du besser, wenn du weißt, was die Zahl auf dem Gerät am Heizkörper bedeutet: Heizkostenverteiler ablesen.
Grenzen des Vergleichs
Der Heizspiegel ist ein Orientierungswert. co2online weist selbst darauf hin, dass er nicht geeignet ist, die Angemessenheit der Heizkosten einzelner Wohnungen zu prüfen, etwa gegenüber Jobcenter oder Sozialamt. Energieträger untereinander lassen sich mit der Tabelle ebenfalls nicht vergleichen.
Hast du den Verdacht, dass in der Abrechnung Kosten stecken, die dort nicht hingehören, lass sie prüfen. Das geht beim örtlichen Mieterverein oder bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Dieser Text ersetzt keine Beratung im Einzelfall.
Häufige Fragen
Wie viel kostet Heizen für eine 70-m²-Wohnung im Jahr?
Nach dem Heizspiegel 2025 zahlte ein Haushalt in einer 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus für 2024 im Schnitt rund 1.030 Euro mit Gas oder Heizöl, 1.225 Euro mit Fernwärme und 680 Euro mit Wärmepumpe. Für 2025 rechnete co2online mit höheren Werten, bei Gas etwa 1.180 Euro.
Warum brauche ich die Fläche des ganzen Hauses und nicht meiner Wohnung?
Die Vergleichswerte des Heizspiegels beziehen sich auf ganze Gebäude. Deine Wohnung liegt vielleicht unterm Dach oder über dem kalten Keller, das verzerrt den Einzelwert. Deshalb erlaubt die Tabelle laut co2online keine Bewertung einzelner Wohnungen in zentral beheizten Häusern.
Sind im Heizspiegel die Warmwasserkosten enthalten?
Ja. Die Vergleichswerte enthalten Raumwärme und Warmwasser. Wird dein Wasser separat mit Durchlauferhitzer oder Boiler erwärmt, rechnet der Heizspiegel einen Aufschlag von 2,65 Euro pro m² dazu, bei einer Wärmepumpe 2,45 Euro. Kaltwasserkosten musst du dagegen herausrechnen.
Wann erscheint der nächste Heizspiegel?
Der Heizspiegel 2025 ist im September 2025 erschienen und enthält die Daten für 2024. Stand heute ist er die aktuelle Ausgabe. Sobald eine neue erscheint, passen wir die Werte hier an.
Quellen
Die Paragrafen dazu
Passt dazu
- Fernablesbare Zähler bis Ende 2026: Was Mieter davon habenBis 31.12.2026 müssen Heizkostenverteiler und Warmwasserzähler fernablesbar sein. Was sich für Mieter ändert und wann du die Heizkosten um 3 Prozent kürzen darfst.
- Heizkostenabrechnung prüfen: Die Checkliste für Mieter12 Monate Abrechnungsfrist, 50 bis 70 Prozent nach Verbrauch, CO2-Kosten, Belegeinsicht: So prüfst du deine Heizkostenabrechnung und legst rechtzeitig Einwände ein.
- Heizkostenverteiler ablesen: So verstehst du die AnzeigeAktueller Wert, Stichtagswert, Gerätenummer: Was die Anzeigen auf Heizkostenverteilern von Techem, ista, Minol und Brunata bedeuten und wie du sie ablesen kannst.
- CO2-Kostenaufteilung: Wie viel der Vermieter zahlen mussJe schlechter das Haus gedämmt ist, desto mehr CO2-Kosten zahlt der Vermieter: bis zu 95 Prozent. Stufentabelle, Rechenbeispiel und 3 Prozent Kürzungsrecht.